Julika Sandt

Englisch als zweite Unterrichtssprache

"Mundart-Aufschlag" der CSU zielt an bildungspolitischen Herausforderungen vorbei
Kinder lernen schnell - auch Fremdsprachen wie Englisch

20 Jahre nach der Metapher von Laptops und Lederhosen sind die Laptops bei den meisten Schülern in Bayern noch nicht angekommen. Da planen Ministerpräsident Markus Söder und Kultusminister Bernd Sibler nun im Wahlkampf den großen Lederhosen-Klatscher: Ihre Mundart-Initiative. Nichts gegen Lederhosen. Und schön, wenn man sich an bayerischen Schulen auch mal mit Mundart befasst. Aber wenn Sibler die Dialekt-Initiative an bayerischen Schulen nun als den als 'ganz wichtigen Aufschlag' bezeichnet, zeigt das, wie sehr die CSU an den bildungspolitischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorbeiregiert. Ein echter Aufschlag wäre ein Konzept für zweisprachigen Unterricht an Bayerns Schulen. Um Englisch als zweite Unterrichtssprache einzuführen, muss ein Austauschprogramm zwischen Lehrern aus Bayern und Kollegen aus englischsprachigen Ländern aufgelegt werden: Ein Muttersprachler unterrichtet ein Jahr lang bayerische Schüler auf Englisch in seinem Fach, während sein bayerischer Austausch-Kollege im Ausland unterrichtet und sich dabei in Englisch so fit macht, dass er anschließend in seinem Fach englischsprachigen Unterricht in Bayern erteilen kann.

Mehrsprachiger Unterricht schafft Chancengerechtigkeit

In Zeiten, in denen schon Jugendliche weltweit kommunizieren und auch in Deutschland immer mehr Unternehmen Englisch als Geschäftssprache einführen, müssen alle bayerischen Schüler in die Lage versetzt werden, sich auf Deutsch und Englisch unverkrampft und gut auszudrücken. Der Run auf teure mehrsprachige Privatschulen ist groß. Der Staat hat dafür Sorge zu tragen, dass auch Schüler, die sich keine Privatschule leisten können, idealereweise früh und spielerisch eine Fremdsprache lernen - vorzugsweise die Weltsprache Englisch. Gerade für Kinder mit Migrationshintergrund (die natürlich schon in der Kita in Deutsch gefördert werden müssen) hat Englisch als zweite Unterrichtssprache Vorteile: Erstens wirkt motivierend, wenn sie erleben, dass auch ihre Mitschüler eine neue Sprache lernen müssen. Zweitens profitieren sie in ihrer späteren Laufbahn umso stärker von ihrer Mehrsprachigkeit.

Warum Mehrsprachigkeit schlau macht

Söders Schlussfolgerung "Sie alle wissen, dass Dialekt intelligent macht, das sieht man an der bayerischen Staatsregierung jeden Tag" spricht bei genauer Betrachtung auch nicht gerade für Dialektförderung. Dass Mehrsprachigkeit die Intelligenz fördert, ist aber in vielen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen: